Burg Rechenberg in Sachsen

Unsere Familie wird dem Meißnischen Uradel zugerechnet. 1270 erscheint sie erstmalig mit Apitz de Rechenberg in einer Urkunde. Die Stammburg unserer Familie stand in Rechenberg-Bienenmühle im Erzgebirge.

Die Burg wurde auf dem westlichen Felsenkern erbaut und zwar innerhalb einer älteren Wehranlage, die aus einer dreiteiligen Holzburg mit Wällen und Grabensystem bestand. Die Burg war als Schutz eines Gebirgsüberganges angelegt und sollte den Zugang zu den einige Jahrzehnte zuvor entdeckten Erzvorkommen um Freiberg sichern.

Die Stammreihe unserer Familie beginnt mit Heinrich von Rechenberg, der 1286 und 1290 in sächsischen Urkunden erscheint. Wir finden ihn gemeinsam mit seinem Sohn Gelferad I. als Burgmann in Rochlitz.

Burg Rechenberg blieb nur wenige Jahrzehnte Sitz der namengebenden Familie. Ihre Mitglieder erwarben schon früh Besitz im Vorland des Erzgebirges, im Meißner Umland, in der Oberlausitz, aber auch in Niederschlesien. Vor 1800 waren die in Sachsen ansässig gebliebenen Familienzweige bereits erloschen.

Der Schlesische Familienstamm

Gelferad I. treffen wir ab 1311 in Schlesien. Bekannt sind Münzen mit seinem Wappen, die er in Winzig Kreis Wohlau 1311 schlagen ließ. Besitzgeschichte und Ergebnisse der Ortsnamenforschung legen die Vermutung nahe, dass er und einer seiner Brüder Günther in Lehen eintraten, die in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts aus Franken zugewanderte Verwandte innehatten. Sie errichteten dort die Wasserburg Rechenberg.

Sein Sohn und sein Enkel, Heinrich II. und Nickel, finden wir am Hof in Schweidnitz. und später am Hof Karls IV. der die Schweidnitzer Erbin Anna von Schweidnitz geheiratet hatte. Karl IV. suchte die Unterstützung des Schlesischen Adels zur Sicherung und den Ausbau seiner Herrschaft in Schlesien. Nickel verstand es, dieses Bestreben des Königs von Böhmen nutzend, für sich und seine Brüder Umfangreichen Besitz zu erwerben. Er wurde zum Begründer der einflussreichen Stellung der Familie in Schlesien, die 350 Jahre Bestand haben sollte.

Der Besitz umfasste bereits Anfang des um 1400 acht Herrschaften mit insgesamt 86 Dörfern und vier Städten, die sich zwischen Klitschdorf und Primkenau im Süden bis Carolath und Schlawa (Schlesiersee) im Norden aneinander fügten.

Die Herrschaft Klitschdorf wurde über mehr als drei Jahrhunderte Familienzentrum. Noch im 16. Jahrhundert waren die Bindungen an die Verwandten in Sachsen so stark, dass das repräsentative Schloss Klitschdorf für die Hochzeitsfeierlichkeiten eines Vetters aus Sachsen gewählt wurde. 1611 besuchte der Kaiser während seiner Reise durch Schlesien Caspar von Rechenberg auf Klitschdorf "zum Frühstück", wie es in der Chronik heißt. In den Jahren zwischen 1534 und 1703 wurden der Familie drei kaiserliche Freiherrn- und ein Grafendiplom ausgestellt.

Die schlesischen Güter gingen der Familie im 17. und 18. Jahrhundert verloren, teils durch Erbgang, aber auch im Gefolge der Gegenreformation.

Die Mitglieder der Familie lebten fortan zunächst im Königreich Sachsen Seit Anfang des 20. Jahrhunderts leben sie verteilt über Deutschland, Frankreich, USA Australien und mit einem eigenen Zweig in der Schweiz.

Verbindung zur Familie von Rechenberg in Franken?

Von der Universität Würzburg kam die Anregung, in Franken nach den Wurzeln unserer Familie zu suchen. Hierfür sprechen folgende Gründe

Zum einen die Tatsache der genealogisch bereits erforschten Familie von Rechenberg mit ihren Burgen in Ostheim bei Heidenheim, südlich Dinkelsbühl und bei Crailsheim. Diese fränkische Familie beginnt mit Kunradus Dapifer de Rechenberg (1193), 1228 und erlosch im 16. Jahrhundert Afra von Buttlar geb. von Rechenberg. Als ihr bedeutendster Vertreter ist Raban (1295-1383), Bischof von Eichstätt, zu nennen, der sich jedoch stets nach seinem Wohnsitz und der Dienstbezeichnung seiner Vorfahren "Truchseß von Willburgstetten" nannte.

Zum anderen liegen über Adel und Ministerialität im Raum Würzburg Rotenburg aussagekräftige wissenschaftliche Untersuchungen vor. In den darin auf der Grundlage von Besitz, Ämtern und Zeugenreihen genealogisch geordneten Personengruppen taucht seit 1147 mehrmals Personen auf, die sich de Rechenberg nannten.